Neuseeland in sieben Tagen

Pazifik an Südinsel von Neuseeland
Neuseelands Landschaften: Auf meiner Reise durch Neuseeland in nur sieben Tagen haben mich Neuseelands Landschaften besonders beeindruckt.

Ich bin ja regelmäßig in Sydney bei Vitaly. In jedem Jahr suche ich mir ein Ziel für einen Abstecher, um Fotos für die MAX-TD Fotodatenbank zu machen, neue Kontakte zu knüpfen und Kunden zu besuchen und natürlich auch ein wenig um ein Land zu sehen, den ich noch nicht gesehen habe.

Im Januar 2013 war Neuseeland auf dem Plan. Sicher, Neuseeland ist keines der großen Reiseziele für europäische Reisende. Aber es ist ein attraktives Reiseziel und auch ein lukratives Ziel für die Vermittlung von Reisedienstleistungen. Da ich immer nur wenig Zeit habe, wollte ich Neuseeland in einer Woche entdecken – ein sportliches Ziel, wie ich dabei erfahren könnte. Bei der Ausreise sagte mir die Dame der Passkontrolle:“ What? Only seven Days for NewZealand? You must be crazy!”

Auckland, The city of Sails

Auckland, die größte Stadt Neuseelands

Angereist bin ich mit der Qantas von Sydney nach Auckland. Der Flug dauert nur knappe 3,5 Stunden und ist damit ein Hopser im Vergleich zu einer Langen Anreise von Deutschland aus. Der Flughafen von Auckland liegt rund 25 Kilometer entfernt vom Stadtzentrum von Auckland auf der anderen Seite der Nordinsel von Neuseeland. Vom Flughafen Auckland aus geht ein regelmäßiger Shuttlebus alle 10 Minuten in die Innenstadt (16 NZD). Als Hotel hatte ich ein einfaches Hotel über einem irischen Pub im Stadtzentrum, nicht besonders Schick aber dafür sehr preiswert und zentral gelegen.Auckland präsentiert sich in der Tourismuswerbung als „City of Sails“, man habe weltweit pro Kopf die meisten Segelyachten in den Marinas von Auckland liegen. Auch startete der Amerikas Cup von Auckland auf Neuseeland. Auf dem Wasser habe ich nicht viele der Segelschiffe gesehen und Auckland selbst hat auch nicht viel außer dieser Ankündigung zu bieten – ich persönlich fand die Stadt nicht besonders schick – sogar eher langweilig. Skycity, ein Komplex rund um Den Fernsehturm, das neue Hafenviertel gleich nördlich des Fährhafens – da haben wir schon die Sehenswürdigkeiten von Auckland City. Wichtig sind der Fährhafen (Queens Wharf) am Ende der Einkaufsstraße Queens Street sowie das Britomat Transport Centre, der Bahnhof von Auckland. An beiden Orten kann man Auckland leicht wieder verlassen.

Fullers Fähre nach Waiheke

Fullers Fähren in Auckland

Den Fährhafen habe ich ausgiebig genutzt: Fuller Fähren bringen einen auf die andere Seite der Bay nach Devonport (6.5 NZD) oder auch auf die schicken vorgelagerten Inseln. Sowohl Devonport als auch die Insel Waiheke sind einen Besuch wert. Devonport ist ein kleines, gemütliches Städtchen mit etwas alternativem Anspruch, vielen Galerien und einem alten Fort auf einem Hügel als tolle Aussichtsplattform. Waiheke ist so was von schnuckelig: eine ruhige Oase mit Weingütern, Stränden und viel Landschaft – hier könnte ich mir sogar vorstellen ein paar Tage länger zu bleiben. Allein die Überfahrt mit der Fähre von Auckland nach Waiheke ist wunderschön. Rund 30 Minuten dauert der Tripp und ermöglicht einem den tollen Ausblick auf die Weite Bay von Auckland.

NorthernExplorer von Auckland nach Wellington

Northern Explorer – historische Eisenbahn von Auckland nach Wellington

Die Tage länger hatte ich nicht, so ging es nach zwei Nächten Auckland mit dem Zug weiter nach Wellington. Scentic Tours nennt KiwiRail die drei Panoramazüge, die wahrscheinlich extra für Touristen auf der Nord- und der Südinsel von Neuseeland betrieben werden: Northern Explorer auf der Nordinsel, Costal Pacific und TranzAlpine auf der Südinsel.

Die Route mit dem Northern Explorer von Auckland nach Wellington, in die Hauptstadt von Neuseeland ist wunderschön – aber leider sehr lang. Auf 12,5 Stunden fährt man praktisch durch die gesamte Nordinsel von Neuseeland, sieht die Hügel, Wälder und Vulkane der Nordinsel. Der Zug hält nur selten. Im Zug bekommt man über Kopfhörer die Geschichte der Landschaften erklärt – Geschichten der Einwanderung der Maori und der kriegerischen Auseinandersetzung mit den nächsten Einwanderern, den Britten. Der Zug verfügt über eine Plattform, auf der man ohne Fenster fotografieren kann. Eine tolle Sache, ich habe mich fast die ganze Zeit auf diesen Plattformen aufgehalten und viele Fotos von der tollen Landschaft in Neuseeland gemacht. Jederzeit erwartete ich, das ein Hobbit oder eine Horde böser Orkse zwischen den Hügeln auftauchte – aber Fehlanzeige: Außer Schafen, Kühen und Hirschen gab es an Tierwelt nichts zu bestaunen.

Als die Fahrt nach 12,5 Stunden in Wellington endete, war ich dann doch etwas erleichtert. Auch mir als Eisenbahnfan sind die letzten Stunden sehr lang geworden.

WEllington - Hauptstadt von Neuseeland

Wellington – Hauptstadt von Neuseeland

Wellington wirbt mit dem Slogan „Die coolste kleine Hauptstadt“ und macht schon auf den ersten Blick viel mehr Spaß als Auckland. Ich hatte ein Hotel in Thorndon, dem ältesten Stadtteil von Wellington. Natürlich gab es auch hier einen irischen Pub, in dem man die lokalen Biere probieren konnte. Eine Cable Car, ein großer botanischer Garten und eine wirklich schicke, moderne Innenstadt mit viel Öffentlichem Personen Nahverkehr, dazu viele Museen und Kultur machen Wellington zu einem tollen Ziel in Neuseeland. Es macht Spaß an der unendlich lang erscheinenden Hafenpromenade spazieren zu gehen und dem Treiben an den Stadtstränden von Wellington zuzusehen.
Den zweiten Beinamen der Stadt als „die windigste Hauptstadt der Welt“ verdankt Wellington seiner Lage am südlichen Ende der Nordinsel von Neuseeland direkt an der Cook Strait. Es ist eigentlich immer windig in Wellington.

Interislander - Fähre zwischen Nordinsel und Südinsel

Interislander – Fähre über die Cook Strait

Wellington ist einer der Häfen für die für Neuseeland so wichtigen Fähren zwischen Nord- und Südinsel. Die bekannteste Fähre ist der Interislander, eine Eisenbahn und Autofähre, die innerhalb von 3,5 Stunden die rund 100 Kilometer weite Strecke von Wellington nach Picton auf der Südinsel überbrückt. Die Interislander Fähren gehören dem Neuseeländischen Staat, der diese wichtige Verbindung nicht in der Hand von Privaten lassen wollte. Interislander behauptet, in den letzten Jahrzehnten 16 Millionen Neuseeländer „und ein paar Touristen“ transportiert zu haben … eine beeindruckende Zahl, wenn man bedenkt, das Neuseeland derzeit nur rund 4.5 Millionen Einwohner hat. Die Fähren starten im drei Stunden Takt von den sehr effizienten Passagierterminals. Leider hatte ich für die Überfahrt bedecktes Wetter und es war sehr kalt. Auch hatte ich nicht wie erhofft den Blick auf einige der Albatrosse werfen können, die oft über der Cook Strait kreisen. Schließlich hatte ich die falsche Jahreszeit für meinen Tripp gewählt, um auf der Überfahrt Wale sehen zu können (Saison in Neuseeland für Whale Watching ist Mai bis Oktober). Trotzdem: Es war beindruckend durch die nördlichen Fjorde in M

arlborough County, dem Norden der Südinsel von Neuseeland, zu fahren. Verstreut in den einsamen buchten liegen alte Walfangstationen, von denen aus heute Whale Watching Touren angeboten werden.

Picton – nicht nur Transitstädtchen in Marlborough

Das Örtchen Picton mit einen rund 3000 Einwohnern befindet sich am südlichen Ende des Queen Charlotte Sounds. Picton ist eine wichtige Stadt für Logistik und Verkehr in Neuseeland, sie bildet die nördliche Endstation des neuseeländischen Eisenbahn- und Fernstraßennetzes auf der Südinsel. Hier landen die Fährschiffe der Interislander und der Bluebridge-Fähren, hier endet auch einer der Scentic Trains von KiwiRail – der Costal Pacific.

Vor Beginn meiner Reise hatten die Leute mich gewarnt: Das Städtchen Picton sei nur eine Durchfahrtsstadt, in der immer nur dann etwas los sei, wenn die Fähren von Interislander und die Bluebridge Fähren anlegen. Mein persönlicher Eindruck bestätigt das nicht. Ich habe Picton zwar als ein wenig verschlafen, aber gar nicht langweilig empfunden. Es gibt eine kleine Einkaufsstraße und viele Kneipen und Restaurants. Der Bahnhof und der Fährhafen sind sicher eine Attraktion. Dazu kommt das Edwin Fox Museum, in dem eines der ältesten Schiffe Neuseelands ausgestellt ist, ein Aquarium und Kino. Aber diese Attraktionen machen nicht den Charme des Städtchens aus. Im kleinen Hafen liegen viele Ausflugschiffe, die Besucher zu Wahlewatching Touren oder auf die umliegenden Vogelinseln fahren. Man kann Hochsee-Kajak-Fahrten in der Fjordlandschaft von Marlborough buchen, zahlreiche andere Aktivitäten warten auf die Touristen. In nur wenigen Kilometern rund um Picton liegen außerdem rund 30 Weingüter, in denen man zum Beispiel den bekannten Sauvignon der Marlborough Region probieren kann.

Picton ist voll mit kleinen Hotels und auf Touristen gut eingestellt. Ich war in der Admirals Lodge, einen kleinen, günstigen Hotel, das die Zimmer ein wenig „british old fashioned“ einrichtet. Die Admirals Lodge ist ein klassisches „Bed and Breakfast“ Pension. Nur rund 10 Zimmer stehen für Gäste zur Verfügung.

Costal Pazifik - Die Ostüste von Neuseeland

Costal Pacific von Picton nach Christchurch

Die Eisenbahnstrecke von Picton nach Christchurch ist ebenfalls eine der drei für Touristen erhaltenen Eisenbahnen im Scentic Rail Verbund der KiwiRail. Im Unterschied zu den Wagons im Northern Explorer auf der Nordinsel fahren im Costal Pacific noch alte Wagons. Auch gibt es keine Kopfhörer für die Erläuterungen zur Landschaft und Umgebung, ein Zugbegleiter erzählt die Geschichten am Mikrofon.

Die Strecke des Costal Pazifik schlängelt sich zunächst durch die hügelige Landschaft von Marlborough, durch wilde Täler und weite Weinfelder. Spektakulär wird die Aussicht von der Aussichtsplattform sobald der Zug die Pazifik-Küste erreicht. Die Strecke führt praktisch direkt entlang des mit schwarzem Sand bedeckten Pazifikstrandes entlang. Selbst im Zug meint man den Geruch des Ozeans riechen zu können. Mit etwas Glück sieht man im Vorbeifahren große Robben auf den Felsen im Meer, überall kreisen Seevögel. Das Tolle Panorama der Fahrt endet erst hinter Kaikoura, Neuseelands heimlicher Hauptstadt für Whale Watching. Beim Durchfahren habe ich es bedauert, hier nicht zumindest eine Nacht verbracht zu haben, das Städtchen sieht wie ein gemütliches Touristenstädtchen am Strand aus.

Nach den Weiten des Pazifiks folgen die weiten der großen Ebenen auf der Südinsel von Neuseeland. Die letzten Stunden nach Christchurch werden lang, bisher wurde man bereits von der neuseeländischen Landschaft regelrecht erschlagen und auf dem letzten Streckenabschnitt möchte man eigentlich nur noch ankommen. Und selbst das wird nicht mehr strahlend: Der neue Bahnhof von Christchurch liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums in einem Industriegebiet. Hier fahren nur noch die Fernzüge der Scentic Tours – der Costal Pacific und der weit bekanntere TranzAlpine. Schon vor den starken Erdbeben in 2010 und 2011, die Christchurchs Zentrum weitgehend zerstörten, wurde der Bahnhof nicht mehr für den Öffentlichen Personen Nahverkehr genutzt.

Die zerstörte Kathedrale von Christchurch

Christchurch das Tor zu den Canterbury Plains

Christchurch auf der Südinsel von Neuseeland wurde immer als die britischste der neuseeländischen Städte beschrieben. Alte Häuser und weite Parks und sogar eine Kathedrale prägten das Stadtbild der Stadt, die nicht nur wirtschaftliches Zentrum der Südinsel von Neuseeland war, sondern auch als das Technologische Zentrum galt. Das Stadtbild hat sich mit den Erdbeben von November 2010 und Februar 2011 dramatisch geändert: Ich war geschockt, als ich eine Stadt betrat, deren Innenstadt immer noch aus Sicherheitsgründen gesperrt ist und in deren Stadtzentrum die leeren Flächen der durch das Erdbeben zerstörten Gebäude prägt wird. Christchurch ist eine einzige „Red Zone“ – das Stadtzentrum ist komplett gesperrt. Christchurch ist, was nach dem Erdbeben übrig blieb. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Christchurch im Jahr 2013 gehört die eingestürzte und abgesperrte Kathedrale, das Erdbebenmuseum, das provisorische re:start Einkaufszentrum aus Containern. Re:start wirkt wie ein frischer Garten im Stadtzentrum von Christchurch, umgeben von toten Hochhäusern, die auch in der nächsten Zeit abgerissen werden. Das alte Stadtmuseum, die gesperrte Kunstakademie oder der wirklich schöne botanische Garten fallen hinter den neuen Sehenswürdigkeiten ab. Zum inoffiziellen Symbol der Stadt wurden die Leitkegel – Pylonen, mit denen die Straßen und Gebäude abgesperrt werden.

Christchurch hat einen Masterplan, der das gesamte Stadtzentrum neu gestalten wird. Es wird aber noch Jahre dauern, bis dieser umgesetzt ist. Was mich verwunderte ist, das Christchurch offensichtlich einen regelrechten Boom an Touristen hat. Die Hotels und Motels der Stadt sind voll und selbst von dem etwa 12 Kilometer entfernten Kreuzfahrthafen in Leyttelton, dem Hafen von Christchurch, werden Kreuzfahrtgäste mit dem Bus herangekarrt.

Flug ab Christchurch

Am nächsten Tag dann de Rückflug von Christchurch nach Sydney. Ich hatte mit Punkten meiner Quantas Karte die Flüge von Sydney nach Neuseeland gebucht und dabei leider für den Rückflug keinen direkten Flug ergattert. Vom modernen Flughafen in Christchurch (Christchurch International Airport, IATA: CHC) ging es erst wieder nach Auckland, von dort dann zurück nach Sydney.

Resümee

Alles in allem war Neuseeland in 7 Tagen eine Beeindruckende Erfahrung. Überwältigt haben mich die neuseeländischen Landschaften. Erschreckt war ich über die Preise für Lebensmittel und Attraktionen, die durch den tiefen Euro Kurs noch teurer wirkten. Erschreckt war ich auch über die Unbekümmertheit, mit der die Neuseeländer mit ihrer Umwelt umgehen.

Ich habe vieles nicht gesehen – wie Queenstown oder das Fjordland im Süden der Südinsel. Dafür hat die Zeit dann doch einfach nicht gereicht. Falls ich nochmal Neuseeland besuchen kann, werde ich mich wohl auch um einen anderen Reisezeitpunkt kümmern: Ich wünsche mir wirklich, einmal Wale im offenen Meer zu sehen!

Markus Lenk

Foto: Markus Lenk

Datum: 30.03.2013

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